Braucht man, um diese Energiegeschenke an sich selbst, an alle und die Welt zu verteilen, nun eine gute Phantasie?
Nein, ganz im Gegenteil.
Phantasie ist, sich was einzubilden.
Was wir hier tun, ist, die Energiedaten des Unterbewußtseins in Bilder oder Ideen umzusetzen, und unseren Bewußtseinen beizubringen, wie man nach so etwas fragt, und es dann, wenn es geliefert wird, richtig empfängt.
Im Grunde genommen sind die Standardideen, was nun Lug, Trug, Schein und Einbildung wäre, und was wirklich Wahrheit ist, genau umgedreht und genau verkehrt.
Die Poster auf der Wand im Bewußtsein ist die Phantasie, das, was gar nicht wahr ist, und die Nachrichten vom Energiebewußtsein sind die wirkliche Realität.
Anstatt also lernen zu müssen, wie ein Verrückter zu halluzinieren, wollen wir anfangen, wie ein sehr intelligenter Mensch, Fragen zu stellen lernen und die Antwort zu verstehen lernen. Der zweite Teil ist vielleicht noch wichtiger als der erste.
Kennst du den alten Witz, wo ein Fremder in eine unbekannte Stadt kommt? Er spricht die Sprache überhaupt nicht, aber er hat ein Wörterbuch. So sucht er sich mühsam die Frage, „Wo ist der Bahnhof?" heraus, findet einen Eingeborenen, der lange genug stillsteht, und fragt ihn.
Zuerst versteht der Eingeborene ihn nicht, aber dann lacht er und antwortet. Schnell, flüssig und freundlich – aber selbstverständlich versteht unser fremder Freund kein Wort davon, und so war die ganze Sache total nutzlos!
Wenn uns das Energiebewußtsein Antworten gibt, müssen wir lernen, das korrekt zu interpretieren.
Eine der Fähigkeiten, die wir wieder hervorrufen müssen, ist, mehr und schneller denken zu können.
Hier ist ein sehr einfaches aber hoch interessantes Experiment, das wiederum ein jeder, der es gerne möchte, für sich selbst ausprobieren kann.
Für die einfachste Version brauchen wir einen einfachen Stift und ein Blatt Papier.
Wenn wir so als Bewußseine auf ein blankes, weißes, jungfräuliches Blatt Papier schauen, dann ist das gar nicht mehr eine wunderschöne Einladung, etwas tolles, neues zu erleben, sondern anstelle dessen fast schon eine Folterung, wenn all die alten Wahnsinnsprogramme im Bewußtsein ablaufen.
Was soll ich denn nur jetzt auf dieses Blatt machen?
Aber ich kann doch gar nicht malen!
Ich kann doch gar nicht zeichnen!
Ich kann doch gar nicht schreiben! Zumindest nicht schön, oder selbst wenn meine Handschrift nicht so furchtbar wäre, dann wüßte ich ja immer noch nicht, WAS ich da drauf schreiben würde, und selbst wenn ich da was drauf schreibe, dann wäre es ja doch nur Scheiße, die keiner lesen will, die nicht gut genug ist ...
Es ist eine Tatsache, daß ein einfaches Blatt Papier bei scheinbar wirklich geistig gesunden Erwachsenen solche psychotischen Anfälle erzeugen kann!
Vielleicht wäre es besser, einfach aus dem Blatt ein Papierflugzeug zu falten und es aus dem Fenster zu werfen ...
Aber das brauchen wir ja nicht mehr mitzumachen.
Als Allererstes atmen wir richtig schön tief ein, und dann erinnern wir unser armes Bewußtsein freundlich daran, daß alle diese Gedanken, alle diese schlechten Gefühle ja nichts anderes als gestörte Energien sind.
Dann können wir solange da sitzen, wie wir es halt brauchen, um die Verkrampfungen im Bauch und in den Schultern, im Nacken und sogar in den Zehen schön aufzuwärmen, schön aufzulösen, und die Energie wieder richtig frei fließt.
Nun sieht das Blatt Papier schon ganz anders aus, nicht mehr so sehr, wie ein Schlachtfeld, von dem man am Ende wieder blutig und geschändet als Versager davon kriecht, egal, wie tapfer oder wie endlos lang man nur kämpft.
Sondern halt nur wie ein Blatt Papier.
Dreh es doch mal um, 90´, so das es eine andere Orientierung hat.
Falls noch irgendwas stört oder weh tut, lass es wegfließen.
Heile deine verschiedenen Störungen, Blockaden, und stell dabei fest, wie anders dein bewußten Denken wird dabei. Leichter, klarer, und viel, viel ruhiger.
Nun nimm den Stift in die Hand.
Stelle die Spitze des Stiftes auf das Papier – unsere erste Frage, unsere erste Entscheidung, der allererste Anfang, für das, was nun passiert.
Selbstverständlich weiß das Bewußtsein nicht, welcher der Billionen möglicher Punkte auf dem einfachen Blatt Papier der „einzige richtige" Anfangspunkt ist.
Darum müssen wir die Kontrolle über die Hand an das Energiebewußtsein abgeben und wirklich einfach nur zusehen, wo die Hand nun hinwill, und was sie da so macht.
Schleifen, Kreise, Spiralen, vielleicht ein halbes Wort oder einen Satz, wir können das nicht wissen. Vielleicht wird die Hand Nummern schreiben, oder Noten, es ist ja alles irgendwo da. Vielleicht macht sie geometrische Figuren.
Aber das ist ganz egal.
Das wichtigste ist, mal richtig am eigenen Leibe zu erfahren, wie sich das anfühlt, wenn man etwas nicht bewußt erzwingen muß, sondern wenn das Energiebewußtsein eine Aktion übernimmt, und etwas anfängt, richtig zu fließen.
Selbst ein kleines, erstes Tröpfchen ist eine richtige „Erleuchtung" der Energieverbindungen und der alten Wege, die lange nicht mehr richtig in unserem Totalsystem begangen worden sind, die traurig brachliegen, und für die das Benutzen, und die Energie, die dann durch sie hindurch fließt, wie Wasser in der Wüste ist.
Dann hat nämlich die Landschaft unseres Totalkörpers endlich wieder eine Chance, aufzublühen. Das geht nicht von heut auf morgen, aber jeder kleine Trieb, jedes kleine, feine grüne Blättchen ist ein Beweis und ein Zeichen, daß wir endlich in die richtige Richtung gehen.